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Frauen und Schuhe

Jede Frau kennt diese Schuhe, die man ausschließlich dann anziehen kann, wenn man genau weiß, dass man lediglich sitzen wird. Diese wunderschönen, hochhackigen Traumschuhe, in denen du keinen einzigen Schritt gehen kannst. Und wenn, tun dir die Füße spätestens nach 100 Metern derart weh, dass du am liebsten nie wieder gehen möchtest.

Wahrscheinlich spekuliert die Schuh produzierende Industrie genau damit: frau kann nicht Nein sagen zu solchen Schuhen. Dabei interessiert auch der Preis nicht. Er spielt schlicht keine Rolle, denn frau muss diese Schuhe einfach haben. Eigentlich müsste dieses Phänomen, Schuhe wie Trophäen zu sammeln, eher den Männern zukommen. Denn schließlich waren es doch die Jungs, die gejagt und gesammelt haben, um die Familienverbände mit Nahrung zu versorgen – damals, als der Mensch sich aufmachte, aufrecht zu gehen. Aber irgendwie muss die Evolution hinsichtlich der Schuhe einen großen Bogen hin zu den Mädels gemacht haben, sodass nunmehr fast ausschließlich Frauen von dieser Sammelleidenschaft betroffen sind. Es gibt wohl nicht eine Frau, die nicht mindestens 3 Paar Schuhe zuhause hat. Die Regel ist wohl eher, einen kompletten Schuhschrank zu besitzen. Man erzählt sich von Frauen, die über 100 Paar Schuhe angesammelt haben. Höchstwahrscheinlich ist dies noch nicht einmal ein Gerücht. Aber diese Sammelleidenschaft für Schuhe wird ja auch seitens der Industrie bestens bedient. Geht frau Schuhe kaufen, hat sie die Auswahl schlechthin. Hierbei spielt es keine Rolle, ob sie Designerbrands oder eher Schuhe aus dem Discounter bevorzugt. Man muss dabei lediglich Abstriche in der Verarbeitung und der Qualität der Materialien machen.

Dafür bekommt man beim Discounter Schuhe auch schon zum halben Preis. Okay, solche Schuhe halten in der Regel nicht lange. Aber, wenn man eh nur Schuhe kauft, die ausschließlich zum Sitzen geeignet sind, spielt die Haltbarkeit eh keine große Rolle. Bevorzugt frau hingegen Schuhe mit einem Namen daran, so muss sie deutlich tiefer in die Tasche greifen. Aber, wenn es unbedingt Malono Blahniks sein müssen, interessiert den Preis doch eh niemanden. Da zahlt frau brav das, was auf dem Preisschild ausgewiesen ist. Lächeln und zahlen quasi. Dafür kann man dann aber auch mit der Gewissheit nach Hause gehen, Schuhe gekauft zu haben, die bei den Freundinnen die Tränen in die Augen treiben werden. Nicht, dass Frauen nicht gönnen könnten.

Aber bei Schuhen hört dieser Impuls meist auf. Sei es drum. Frauen und Schuhe, das ist sicherlich eine Welt für sich. Letztlich ist es ja rational nicht wirklich nachvollziehbar, warum Frauen sich das antun, in Schuhen herumzulaufen oder zu sitzen, die orthopädisch keinerlei Wert haben. Und das ist genau der Punkt. Schuhe kaufen hat mit dem Verstand herzlich wenig zu tun. Schuhe kaufen ist wie: haben wollen; nein, haben müssen – kosten sie, was sie wollen.


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